Impingement-Syndrom – wenn die Schulter schmerzt

Impingement-Syndrom – Schulterschmerzen

Schmerzen in der Schulter, die belastungsabhängig auftreten und bei Arbeiten über Kopf zunehmen, können ein deutlicher Hinweis auf das Impingement-Syndrom sein. Werden die Einschränkungen ignoriert, tritt der Schmerz auch in Ruhe auf und Beweglichkeit und Kraft der Arme werden zunehmend eingeschränkt. Beim Impingement-Syndrom der Schulter ist der Bereich zwischen Schulterdach und Oberarmkopf eingeengt. Sehnen, Muskeln und Schleimbeutel, die in diesem Bereich liegen, werden dadurch eingeklemmt, was zu den typischen Schmerzen führt. Doch woher kommt diese Einengung? Die Gründe sind vielfältig und reichen von Verschleißerscheinungen und Entzündungen über Fehlstellungen bis hin zu Kalkeinlagerungen.

Behandlungsmethoden Impingement-Syndrom

Wichtigste Faktoren zur Behandlung des Impingement-Syndroms sind gezielte Mobilisierung und angemessener Kraftaufbau. Systematisch können unter fachgerechter Anleitung bestimmte Muskelgruppen wie beispielsweise der hinteren Schulter, der Rotatoren und des Schultergürtels trainiert werden. Bei einer erfolgreichen Behandlung können die Funktion des Gelenks und die Kraft der Muskulatur wieder vollständig hergestellt werden, wodurch auch die symptomatischen Schmerzen nachlassen.

Stoßwellentherapie Hannover

Krankengymnastik und manuelle Therapie sind Erfolg versprechende Behandlungsmethoden. Zusätzlich können bei Bedarf schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Liegen dem Impingement Kalkeinlagerungen zugrunde, ist die Stoßwellentherapie eine zielführende Therapieform. Im Normalfall ist dadurch eine schonende Auflösung der Kalkeinlagerungen möglich. Sofern nicht noch eine begleitende knöcherne Engpass-Situation vorliegt, kehren die Beschwerden nach erfolgreicher Behandlung mit der Stoßwellentherapie nicht mehr zurück.

 

 

Rückenschmerzen und Röntgenaufnahmen

Rückenschmerzen Figur Schmerz

Röntgenaufnahmen als Allheilmittel?

Wer Schmerzen hat, sucht Hilfe und hofft auf Erleichterung. Doch in vielen Fällen geht die Ursachenforschung in eine falsche Richtung. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat ergeben, dass 27 Prozent aller gesetzlich Versicherten vier Mal im Jahr – teilweise auch noch öfter – einen Arzt wegen Rückenschmerzen aufsuchen. Oft ist der Arztbesuch allerdings unnötig, denn von den jährlich mehr als 38 Millionen rückenschmerzbedingten Besuchen bei Haus- oder Fachärzten und den dabei veranlassten sechs Millionen Bildaufnahmen wären viele vermeidbar.

Warum sind Röntgenaufnahmen oft überflüssig?

Rund 70 Prozent der Rückenschmerz-Geplagten glauben, dass der Arzt durch Röntgen die Ursache ihres Schmerzes findet. Doch die Realität sieht leider anders aus: Nur bei etwa 15 Prozent entdecken Ärzte tatsächlich durch eine Röntgenaufnahme den Grund für die Rückenschmerzen. Die Aufnahmen verbessern also meist weder die Diagnostik noch die Behandlung.

Was ist die Gefahr?

„Oft werden die Befunde der Bildgebung überbewertet. Dies führt zu unnötigen weiteren Untersuchungen und Behandlungen, zur Verunsicherung des Patienten und kann sogar zur Chronifizierung der Beschwerden beitragen“, so Prof. Dr. Jean-Francois Chenot von der Universität Greifswald. Als Ergebnis der Studie fordert die Bertelsmann Stiftung, dass vor einer Röntgenaufnahme eine gründlichere körperliche Untersuchung und ein ausgiebiges Gespräch zwischen Arzt und Patient stehen müsse.

Alternative Behandlungsformen

Wenn Patienten ein Röntgenbild zur ersten Behandlung mitbringen, werfen Osteopathen – wenn überhaupt – meist nur einen kurzen Blick darauf. Viel wichtiger ist, was der Körper durch seine Haltung selbst zum Ausdruck bringt. Die Ursache des Symptoms „Rückenschmerz“ finden Osteopathen mit ihren Händen und Augen. Und im Gespräch. Denn auf eine Rückfrage des Therapeuten konnte noch kein Röntgenbild antworten ...

Alternative Behandlungsformen bei Rückenschmerzen

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie uns an unter Tel. 0511 6405773. Wir sind gerne für Sie da.

 

Seniorensport – fit bleiben auch im Alter

SeniorenFit Kurs Übungsraum

Körperlich fit und geistig rege – vermutlich jeder hat den Wunsch, auch im Alter das Leben mit möglichst wenigen Einschränkungen zu genießen. Leider steigt die körperliche Belastung durch Krankheiten wie Osteoporose, Rückenleiden oder Probleme durch künstliche Gelenke mit zunehmendem Alter an. Doch gerade dann, wenn die Kräfte im Alltag schneller nachlassen, ist Schonung meist die falsche Therapie. Häufig ist es deutlich sinnvoller, mit gezielter Bewegung gegenzusteuern.

Wer rastet, der rostet

Bewegung stärkt Herz und Kreislauf, hält mobil und schlank und wirkt sich nicht nur physisch, sondern auch psychisch positiv aus. Durch die körperliche Mobilisierung und Stabilisierung gewinnen gerade Seniorinnen und Senioren Vertrauen in ihre motorischen Fähigkeiten und damit Sicherheit im Alltag. Und da es gemeinsam mehr Spaß macht als alleine, haben wir für Menschen ab 70 Jahren, die fit bleiben und ihren Körper trainieren wollen, denen jedoch Fitnessübungen auf einer Gymnastikmatte schwerfallen, einen neuen Kurs im Angebot: SeniorenFit.

Neues Kursangebot

Alle Übungen werden im Gehen, Stehen oder Sitzen ausgeführt. Der Kurs startet ab dem 27.7.2017. Das Training findet in einer kleinen Gruppe unter fachkundiger Leitung nach dem Konzept der Neuen Rückenschule der Konföderation der deutschen Rückenschulen (KddR) statt. Die Übungen werden individuell abgestimmt, sodass Sie gefordert, aber nicht überfordert werden. Jede Stunde beginnt mit einem Aufwärmtraining, das auch koordinative und gleichgewichtsfördernde Elemente enthält. Im Anschluss bewegen und kräftigen wir den gesamten Körper. Dabei arbeiten wir auch mit Kleingeräten und in Partnerübungen. Am Ende sorgt eine Entspannungsphase für einen sanften Ausstieg aus der Trainingsstunde.

Es handelt sich hierbei um einen Präventionskurs nach § 20 SGB V. Bei 80 % Teilnahme bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen diesen Kurs 1- bis 2-mal jährlich mit ca. 80 % der Kursgebühren. Bitte klären Sie dies vorher noch einmal mit Ihrer Krankenkasse ab.

Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an. Sie erreichen uns telefonisch unter 0511 6405773. Hier finden Sie die Online-Anmeldung für den Kurs SeniorenFit.

Faszien – ein unterschätztes Organ (Teil 2)

Faszien – ein unterschätztes Organ (Teil 2)

In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir die Bedeutung der Faszien und die Auswirkungen auf den menschlichen Körper bei Störungen des Faszien-Systems, wie Verkürzungen, Verklebungen oder Verhärtungen, vorgestellt.

Mithilfe von Sport, Gymnastik oder anderen herkömmlichen Bewegungsarten ist es leider nicht möglich, bestehende Beeinträchtigungen des Fasziengewebes aufzulösen. Bei konkreten Schmerzen und Problemen kann Ihnen daher eine osteopathische Behandlung helfen. Der Osteopath konzentriert sich nicht auf einzelne Symptome, sondern immer auf den ganzen Menschen. Er kann die Faszien ertasten und ihrem Verlauf folgen. Aus ihrem Zustand und ihrer Beweglichkeit kann er auf Bewegungs- und Funktionsstörungen in einzelnen Körperbereichen schließen, die verklebten oder verhärteten Faszienpartien lokalisieren und durch gezielte manuelle Therapie lösen und entspannen sowie Verkürzungen behandeln.

Als besonders hilfreiche Methode zur schnellen und gezielten Behandlung von Störungen des  Fasziensystems wurde das Faszien Distorsions Model (FDM) von dem amerikanischen Osteopathen und Notfallmediziner Steven Typaldos D.O. entwickelt. Mit seiner Methode gelang es, Notfallpatienten sehr schnell zu helfen. Bei seiner Tätigkeit als Mediziner entdeckte er, dass die Gestik vieler Patienten bei der Beschreibung der Lage und des Verlaufs ihrer Schmerzen sehr ähnlich ist. Aus diesen Erkenntnissen leitet er 6 Faszienfehlfunktionen ab und entwickelte auf der Basis einer speziellen Diagnostik spezifische Behandlungstechniken für diese Fehlfunktionen ab. Die Körpersprache des Patienten leitet den Therapeuten, sodass die Therapie gezielt und schnell zum Erfolg führen kann. Mit FDM lassen sich viele Probleme des Bewegungsapparats sehr gut behandeln.

4 Tipps, um Faszienproblemen entgegenzuwirken:


Tipp 1: Bewegung ist wichtig

Der Lymphfluss wird ausschließlich durch Muskelbewegung in Gang gehalten, daher ist das Lymphsystem auf eine ausreichende Aktivität der Muskeln angewiesen. Eine regelmäßige Bewegung sorgt für einen ungestörten Lymphfluss, hält das Fasziengewebe geschmeidig und beugt Beschwerden vor.


Tipp 2: Nutzen Sie die Faszienrolle

Eine Faszienrolle ist eine feste Schaumstoffrolle, die zur Massage des Fasziengewebes verwendet wird und dieses bei regelmäßiger Anwendung stimuliert und Verklebungen der Faszien vorbeugen kann.

Wichtig ist, den richtigen Härtegrad für Ihre Faszienrolle zu wählen. Sind Sie Anfänger und eher schmerzempfindlich? Dann entscheiden Sie sich für eine möglichst weiche Rolle. Je höher Ihr Leistungsniveau und Erfahrung ist und je schmerzunempfindlicher Sie sind, umso härter kann die Rolle sein.

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.


Tipp 3: Nutzen Sie spezielle Kursangebote

Sehr hilfreich sind Übungen, die Ihre Faszien durch weiche, dynamische Übungen kräftigen und geschmeidig halten. Yoga, Pilates oder Tai Chi sind eine ideale Ergänzung zu den Übungen mit der Faszienrolle.

Wir bieten Ihnen auch einen speziellen Faszien-Kurs an. Mehr Infos finden Sie hier.


Tipp 4: Sitzen Sie Stress nicht aus

Stress ist ein weiterer Faktor, der zu Beschwerden des Fasziensystems führen kann. Bei Stress werden Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, ausgeschüttet und im vegetativen Nervensystem wird der Sympathikus aktiviert. Dieser versetzt unsere Körperfunktionen in erhöhte Leistungsbereitschaft. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden freigesetzt, wenn wir auf Stresssituationen reagieren. Die Faszien ziehen sich hierbei zusammen, ohne die Muskeln zu beteiligen. Wie ein dauerhaft gespanntes Gummiband können die Faszien ihre Flexibilität verlieren und sich verhärten. Die Folge sind Verspannungen und Schmerzen.

Zur Stressreduzierung sind spezielle Übungen, wie zum Beispiel Yoga, Qi Gong oder autogenes Training, äußerst hilfreich. Wir informieren Sie gerne über unser Kursangebot.

 

Faszien – ein unterschätztes Organ (Teil 1)

Faszien – ein unterschätztes Organ (Teil 1)

„Die Seele des Menschen mit all ihren Strömen puren Lebenssaftes scheint in den Faszien des Körpers zu fließen. (...) Ich kenne keinen Teil des Körpers, der es den Faszien als Forschungsfeld gleich tun kann. Ich glaube, dass sich beim Studium der Faszien mehr reichhaltige und goldene Einsichten auftun werden als bei irgendeinem anderen Aspekt des Körpers.“ (Andrew Taylor Still, Chirurg und Begründer der Osteopathie, 1899).

Immer häufiger wird der Begriff Faszien mit Schmerzen und Problematiken des Bewegungsapparates in Zusammenhang gebracht. Und das zu Recht – nicht selten liegen die Ursachen dafür in verklebten oder verhärteten Faszien und diese werden in ihren Auswirkungen auf den menschlichen Körper sehr häufig unterschätzt.

Das Fasziengewebe besteht aus feinen Bindegewebsfasern und liegt als schützende und stützende Haut über allen Muskeln, Organen, Gefäßen und Nervenbahnen im Körper. Quasi der gesamte Organismus wird über das Fasziengewebe zusammengehalten.

Gerade Menschen, die die meiste Zeit ihres Berufsalltags sitzend verbringen oder Tätigkeiten nachgehen, die in ungünstigen Körperstellungen oder Zwangshaltungen ausgeübt werden müssen, verspüren oft die schmerzhaften Auswirkungen des sich dadurch verändernden Fasziengewebes. Ebenso können sich beispielsweise durch psychischen Stress, Operationen, Stoffwechselerkrankungen, Schonhaltungen, Verschlackungen sowie grundsätzlichen Bewegungsmangel die Faszien verkürzen und verhärten.

Auch die Lymphflüssigkeit wird durch die Faszien geleitet. Diese Flüssigkeit transportiert sowohl Nährstoffe in unsere Zellen als auch Abfallstoffe aus den Zellen heraus. Jede Muskelbewegung unterstützt dabei dieses wichtige Transportsystem. Wenn es aufgrund von Verspannungen oder Bewegungsmangel zu einem Stau der Lymphflüssigkeit kommt, können Faszien verkleben.

Sind die Faszien verkürzt, verklebt oder verhärtet, kann dies zu den unterschiedlichsten Beschwerden führen. Von Rückenschmerzen über Nacken-, Schulter-, Gelenk- oder Bauchschmerzen bis hin zu undefinierbaren Schmerzen.

Alle Faszien stehen miteinander in Verbindung und somit werden Spannungen und Unbeweglichkeiten in andere Körperteile übertragen. Eine verkürzte, verklebte oder verhärtete Wadenfaszie kann beispielsweise über die Beine einen Zug auf unseren unteren Rücken oder sogar die Schulter ausüben und dort zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Die Ursache eines Symptoms kann daher auch in einem Körperbereich liegen, den der Patient mit seinen Beschwerden gar nicht in Verbindung bringt.

Wie Sie gegen verkürzte, verklebte und verhärtete Faszien vorgehen können – insbesondere auch präventiv – verraten wir Ihnen in unserem nächsten Blog-Beitrag.