Ruhe und Entspannung durch Meditation

Wir leben momentan in schnelllebigen und unsicheren Zeiten. Das kann Ängste und Unsicherheiten erzeugen. In vielen Situationen erleben wir den vermeintlichen Verlust der Kontrolle. Das lässt unseren Geist und unsere Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Schlaflosigkeit, das Gefühl von Stress und Zerrissenheit sind die Folgen. Das kostet uns viel Kraft und kann physische und psychische Symptome verursachen. Was uns helfen kann: Meditation. Das Beste daran: Sie benötigen nicht viel Platz oder Equipment, sondern können sofort loslegen.

Was ist Meditation?

Meditation klingt für viele Menschen nach Esoterik und Übersinnlichem. Dabei sind es verschiedene Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, durch die man einen Zustand innerer Ruhe erreichen kann. Bei der Meditation muss kein Ziel erreicht werden. Es geht nicht darum, erfolgreich zu sein. Wir üben uns darin, in der Gegenwart präsent zu sein. Hört sich erst mal einfach an, es bedarf aber meist etwas Übung, bis die Gedanken nicht mehr bei der Arbeit oder den morgigen Terminen sind. Meditation ist eine Schulung der Achtsamkeit. Achtsam im Moment zu sein und alles, was in diesem Augenblick passiert, zu akzeptieren. Wenn unsere Aufmerksamkeit, unsere Gedanken dabei auf Wanderschaft gehen, können wir lernen, wieder in die Gegenwart zurückzukehren.

Wenn wir achtsam und präsent sind, uns selbst und den Moment ohne Wertung einfach annehmen können, entsteht daraus eine tiefe geistige Entspannung. Wir lernen uns in der Meditation selbst kennen mit all unseren Gefühlen, Wahrnehmungen und vielleicht auch Bewertungen. Die Meditation lehrt uns eine Haltung des Sich-Annehmens. Erst in dem Moment, in dem wir in der Meditation den Weg der Ziele, der Erwartungen und des Strebens nach Erfolg verlassen, können wir die Situation und uns selbst so akzeptieren, wie wir sind und wie es ist. Ein Weiser wurde einmal gefragt: „Was machst du in der Meditation?“ Und er antwortete: „Ich mache nichts.“

Verschiedene Meditationsarten

Atemmeditation

Sie können die Atemmeditation als eigene Meditation durchführen oder sich damit auf eine andere Meditation vorbereiten. Sie eignet sich auch zur Entspannung zwischendurch, in stressigen oder zum Einschlafen. Setzen Sie sich bequem hin und schließen Sie Ihre Augen. Spüren Sie, wie Ihr Atem durch den Körper strömt. Nehmen Sie keinen Einfluss auf Ihre Atmung. Versuchen Sie zu fühlen, wo Sie den Atem am besten wahrnehmen können: Ist es ein leichtes Kitzeln auf der Oberlippe? Oder das Heben und Senken des Brustkorbs? Vielleicht wird es in der Nase kalt beim Einströmen der Lust und wieder warm beim Ausströmen? Werten Sie nicht und versuchen Sie nicht, Ihre Atmung aktiv zu steuern – beobachten Sie wie ein stiller, aufmerksamer Beobachter. Schweift Ihre Aufmerksamkeit von der Wahrnehmung des Atmens ab, bringen Sie sie ruhig wieder dahin zurück. Beginnen Sie mit Übungseinheiten von wenigen Minuten am Tag und steigern Sie die Zeit langsam.

Achtsamkeitsmeditation

Seien Sie achtsam mit Ihrem Körper und erspüren Sie ihn Stück für Stück. Beginnen Sie an den Zehen: Wie fühlen sie sich an – warm oder kalt? Vielleicht kribbeln sie ein bisschen? Wandern Sie Zentimeter für Zentimeter über Ihren Körper und erspüren Sie aufmerksam, wie er sich anfühlt. Werten Sie nicht – nehmen Sie einfach nur wahr. Fühlen sich manche Stellen verspannt an, können Sie versuchen, dort bewusst und entspannend hinzuatmen.

Visualisierung

Unternehmen Sie eine Gedankenreise an einen Ort, an dem Sie sich besonders wohlfühlen. Erzeugen Sie so ganz einfach angenehme und positive Gefühle. Begeben Sie sich in Gedanken an einen Ort, den Sie besonders mögen, an dem Sie entspannt und glücklich sind. Das kann ein real existierender Ort sein, den Sie bereits kennen – es kann aber auch ein Ort in Ihrer Fantasie sein. Schauen Sie sich dort genau um: Wie sieht es aus? Was spüren Sie – weichen Sand unter den Füßen, kühlen Waldboden oder vielleicht eine kitzelnde Wiese? Welche Farben nehmen Sie wahr? Wonach riecht es? Welche Geräusche hören Sie – vielleicht auch in der Ferne? Dieses Gefühl, das Sie dort in diesem Augenblick empfinden, können Sie mit etwas Übung abspeichern und in Situationen hervorrufen, in denen Sie sich unwohl fühlen oder Ruhe und Entspannung benötigen.

Erdung

Setzen Sie sich in eine bequeme Meditationshaltung. Beobachten Sie Ihren Atem, ohne ihn zu beeinflussen. Stellen Sie sich bei der Ausatmung vor, wie aus den Sitzknochen Wurzeln in den Boden wachsen und Sie tief und fest erden und verankern. Sie sind fest mit der Erde verbunden, die Sie trägt. Alles, was Sie bedrückt oder belastet, lassen Sie durch diese Wurzeln in den Boden sinken und wegströmen. Beim Einatmen nehmen Sie aus den Wurzeln neue frische Energie aus der Erde auf. Lassen Sie den Atem ganz natürlich fließen und wiederholen Sie diese Vorstellung solange, wie es Ihnen gut tut. Zum Ende der Meditation lösen Sie die Wurzeln sanft wieder.

Anleitung zur Meditation in 6 Schritten

1. Suchen Sie sich den passenden Ort
Gerade Anfängern kann es helfen, einen festen Ort für ihre Meditationseinheiten zu wählen, um eine Routine zu entwickeln. Es sollte ein besonderer Raum oder ein Teilbereich innerhalb eines Zimmers sein, an dem Sie sich wohlfühlen und zumindest während der Meditation ungestört sind. Er sollte sauber und aufgeräumt sein.

2. Reservieren Sie sich Zeit
Meditation ist in den Morgenstunden nach dem Aufstehen oder in den Abendstunden vor dem Schlafengehen am wirksamsten. Morgens ist der Geist noch frisch und unbelastet von den Erlebnissen des Tages. Es empfiehlt sich, eine feste Zeit im Tagesablauf zu etablieren. Manchmal empfiehlt es sich auch, etwas anderes dafür wegzulassen – beispielsweise den morgendlichen Smartphone-Check. Abends kann die Meditation dabei helfen, Erlebtes zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.

3. Meditation ist Gewohnheit
Meditieren Sie regelmäßig, möglichst jeden Tag. Unser Geist muss sich in dieser schnelllebigen Welt erst daran gewöhnen, still und achtsam zu sein. Beginnen Sie daher mit kurzen Einheiten von 5 bis 10 Minuten und steigern Sie langsam auf 20 bis 30 Minuten.

4. Die Sitzhaltung
Meditieren Sie in einer bequemen und stabilen Sitzhaltung. Der Rücken sollte gerade und nicht verspannt sein. Sie müssen nicht im Lotussitz sitzen. Machen Sie es sich bequem: Schlagen Sie die Beine auf andere Weise übereinander, nutzen Sie ein Sitzkissen oder eine Meditationsbank. Wer nicht auf dem Boden sitzen kann oder möchte, sitzt alternativ auf einem Stuhl und kreuzt die Füße. Legen Sie sich nach Möglichkeit nicht hin, da eine gewisse Körperspannung hilft, wach zu bleiben.

5. Die Atmung
Versuchen Sie bewusst, sich zu entspannen und rhythmisch zu atmen. Atmen Sie, wenn möglich, durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Beginnen Sie mit einer Minute tiefer Bauchatmung, atmen Sie dann langsamer und unmerklicher. Versuchen Sie, die Ausatmung im Vergleich zur Einatmung zu verlängern. Bleiben Sie aber zunächst bei ihrem eigenen Atemrhythmus.

6. Der Geist
Versuchen Sie, alle Gedanken, die kommen, zuzulassen und erwarten Sie nicht sofortige Ruhe. Bleiben Sie gelassen, nehmen Sie die Empfindungen wahr – führen Sie Ihre Aufmerksamkeit jedoch immer wieder sanft auf den Atem zurück. Wenn Sie während der Meditation unbequem sitzen, ändern Sie die Sitzposition.