Fersensporn – Entzündung oder überflüssige Verknöcherung?

Rund jeder zehnte Erwachsene macht im Lauf seines Lebens ungewollt Bekanntschaft mit einer schmerzhaften Erscheinung an der Ferse: dem „Fersensporn“. Bei Problemen an dieser Stelle unter der Ferse war auch bislang schnell der Begriff „Plantarfasziitis“ zur Hand, ein entzündlicher Zustand.

Fakt ist: Viele Menschen kennen den stechenden Schmerz beim Aufstehen morgens oder schon nach kurzen Ruhepausen ab 30 Minuten. Wie ein Messer sticht es unter der Ferse, oder als ob man in eine Reißzwecke getreten wäre. Manche beschreiben die Schmerzen eher als Brennen, wie Feuer. Ob nun das Gefühl, auf einen Rosendorn zu treten oder in einen Nagel: Jeder Schritt ist eine Qual. Wer sich überwindet und etwa Joggen geht, kann den Schmerz zeitweise überlaufen und spürt bis zur nächsten Bewegungspause nichts mehr. Dann beginnt das Dilemma von vorne, der Anlaufschmerz ist wieder da.

Fakt ist aber auch: Die schmerzhafte Plantarfaszie ist nicht entzündet, die Wissenschaft spricht inzwischen nicht mehr von Plantarfasziitis, sondern von plantarem, also fußsohlenseitigem, Fersenschmerz. Es handelt sich um ein komplexes Schmerzproblem, das nicht allein auf die Verbindung von Sehnenplatte und Knochengewebe eingegrenzt werden kann.

Um was geht es?

Unter der Ferse verbinden sich die stärkste Sehne des Fußes, die Plantarfaszie, und das Knochengewebe. Die Sehne wird dabei im Verlauf zum Fersenbein hin immer fester und härter, verknöchert sozusagen. Das kann im Röntgenbild aussehen wie ein Haken oder wie der Sporn eines Hühnerbeins. Daher auch der Name „Fersensporn“.

Ein im Röntgenbild sichtbarer Haken im Übergang von Sehne zu Knochen ist aber nicht automatisch schmerzhaft! Nicht bei allen Betroffenen ist der gekrümmte Gewebefortsatz gleichermaßen zu sehen im Röntgenbild, trotzdem kann es dort schmerzen. An einem geöffneten Fuß wäre so ein „Sporn“ übrigens nicht sichtbar! Dort wäre ein robustes Band, die Sehne beziehungsweise Faszie, zu erkennen, die in der Gewebestruktur allmählich in ihren verstärkten Ansatz übergeht. Ein Haken existiert in der Form nicht, und somit auch nichts tatsächlich Scharfes, Stechendes oder Schneidendes.

Sehne hält enorme Kräfte aus

Diese starke Sehne unter dem Fuß hält enorme Spannungen und Belastungen aus, sie federt bei jedem Schritt das gesamte Körpergewicht ab und ist enorm belastbar. Die Zugkräfte beim Springen und Laufen sind nochmals um ein Vielfaches größer und werden bei jedem Auftritt abgefedert. Schritt für Schritt addiert sich das abgefederte Gewicht auch bei einem Spaziergang schnell auf Tonnen. Bei anderen körperlichen Aktivitäten wie Hüpfen oder Laufen potenziert sich die Zahl, und all das dämpft die Plantarsehnenplatte unter dem Fuß normalerweise klag- und problemlos für den Körper ab. Bis aus irgendeinem Grund plötzlich der Anlaufschmerz da ist und man versucht, den ersten Schritt zu vermeiden.

Die Suche nach der Ursache

Die Schmerzen unter der Fußsohle können verschiedene Ursachen haben, die sich alle unter zu hoher Belastung zusammenfassen lassen. Langes Stehen und hohes Körpergewicht mit großem Taillenumfang zählen ebenso zu den Auslösern der Fußsohlenschmerzen wie schnelle Belastungssteigerung beim Sport und am Ende sogar die Schonhaltung selbst. Auch ein Hohlfuß, ganz einfach am nassen Fußabdruck auf dem Boden zu erkennen, kann Ursache für die Plantarschmerzen sein.

Knöcherner Gewebeansatz nicht Ursache für Schmerz

Ob der knöcherne Gewebeansatz der Sehne größer oder kleiner ist, wächst oder sich verringert, hat nach aktuellen Studienerkenntnissen gar keinen Zusammenhang mit den Schmerzen. Verringert sich der Schmerz durch die Behandlung, zeigt sich auf dem Röntgenbild trotzdem nicht immer eine Veränderung des Befundes. Einfluss hat hingegen die mentale Verfassung, ob man sich dem Schmerz hilflos ausgeliefert fühlt. Stress und Begleiterkrankungen haben nachweislich Einfluss auf den „Fersensporn“, ebenso eingeschränkte Beweglichkeit im Fußgelenk und reduzierte Kraft in den verschiedenen Unterschenkelmuskeln. Neuen Studien zufolge scheinen diese Faktoren sogar relevanter zu sein als lokale Faktoren, beispielsweise die Fußhaltung, Senk- und Spreizfuß.

Was hilft?

Schon einfache Maßnahmen können als erste Hilfe für umfangreiche Linderung und Schmerzreduktion beim „Fersensporn“ sorgen. Nachdem die Ursache geklärt ist und der richtige Umgang hinsichtlich Belastung vermittelt, kann die Entlastung beginnen. Dehn-Übungen und eine feste Tape-Bandage zur Schmerzreduktion sind erste Schritte, hochintensives Krafttraining kann im Einzelfall ebenso angezeigt sein. Durch die Kräftigung des umliegenden Bewegungsapparates gehen die Schmerzen zurück, die Sehne wird entlastet und eine Fehlbelastung reduziert oder aufgehoben. Bei langwierigeren und anhaltenden Schmerzen können weitere Maßnahmen wie orthopädische Einlagen oder Stoßwellentherapie angezeigt sein.

Die Ursachen für Ihren Fersenschmerz und begleitende Einflussfaktoren klären wir bei diesem komplexen Beschwerdefeld gerne mit Ihnen. Anhand des Gesamtbildes stellen wir den Therapieplan auf, damit Sie bald wieder schmerzfrei auftreten können.

Gesundheit und ganzheitliche Therapie

 

Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, das bedeutet, dass nicht nur einzelne Körperstellen oder Beschwerden betrachtet werden. Bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise wird der Mensch als Ganzes mit seinem körperlichen und psychischen Befinden berücksichtigt. Gesundheit ist ein Zustand, bei dem es dem Menschen körperlich, geistig und sozial gut geht. 

Ist „ganzheitliche Therapie“ momentan ein Trend?
Dirk Breitenbach:
Bevor wir über Gesundheit, Ganzheitlichkeit oder Therapie reden, müssen wir zunächst über Begriffe wie Leben und Natur sprechen. Jeder Mensch besteht aus Millionen kleiner Körperzellen. Diese Zellen bilden Gewebearten, diese Gewebe wiederum Organe und die Organe bilden hoch komplexe Körpersysteme, wie das Atmungssystem, das Bewegungssystem und viele mehr. Aber auch die Körperzellen selbst sind ähnlich wie kleine Lebewesen aus Geweben und Organen und Organsystemen aufgebaut. Diese komplexen Systeme kommunizieren mit- und untereinander, beeinflussen und unterstützen sich. Das Ziel dieser Kommunikation ist immer der Erhalt des Lebens. Das ist das Grundprinzip des Lebens und der Natur: Selbsterhaltung. Jede Zelle eines Lebewesens will leben. Jede Zelle, jedes Organ, jedes Lebewesen versucht so, immer ein möglichst optimales Gleichgewicht zwischen Tod und Leben zu erhalten. Dieses Gleichgewicht ist nie starr, sondern muss immer flexibel, möglichst beweglich bleiben, um sich ständig verändernden Lebensbedingungen anpassen zu können. Während wir hier sitzen, miteinander reden und Kaffee trinken, laufen in unserem Inneren ständig Millionen chemischer Anpassungsprozesse ab, ohne die wir hier nicht sitzen könnten, sondern sterben würden. Diese Prozesse sind nur so lange möglich, wie unsere Körpersysteme gut arbeiten und sehr beweglich sind. Anpassungsfähigkeit und Beweglichkeit bedeuten also Leben. Wenn diese Kompensationsfähigkeit abnimmt, durch Alter, Traumata, frühere Erkrankungen oder Lebenswandel, droht das bewegliche Gleichgewicht zu erstarren und das „Pendel“ wird sich in Richtung Lebensende bewegen.

Was bedeutet in diesem Kontext Gesundheit?
Wir hatten gesagt, dass Leben Anpassungsfähigkeit bedeutet. Somit bedeutet Gesundheit ein hohes Maß an Flexibilität und Kompensationsfähigkeit. Es ist also für die Gesundheit und für die Heilung sehr wichtig, all unsere Zellen, all unsere Gewebe, all unsere Organe und Organsysteme mobil und anpassungsfähig zu erhalten. In der heutigen Medizin erkennen wir immer mehr die Komplexität der menschlichen Natur. Wir erkennen aber auch, dass wir noch weit davon entfernt sind, den gesamten Umfang dieses Netzwerkes zu begreifen. Deshalb beginnen wir, uns immer mehr von einfachen Gedankenmodellen zu verabschieden. Die Natur und auch die menschliche Natur sind nicht einfach und in vielen Fällen auch nicht linear, sondern eben hoch komplex. Wir werden weiter lernen, systemischer zu denken und systemischer zu behandeln.

Was ist das Besondere an der systemischen Medizin?
Der klassische unspezifische Rückenschmerz kann eine traumatische Ursache haben, in diesem Fall wäre eine lineare Behandlung sinnvoll, oft sind jedoch die Ursachen vielfältig. Dann ist immer eine Behandlung des gesamten menschlichen Systems indiziert. Das bedeutet, das System des Patienten muss auf Flexibilitätseinschränkungen untersucht werden und die Beweglichkeit aller Körpersysteme muss so weit wie möglich verbessert oder wiederhergestellt werden. Systemische oder ganzheitliche Medizin bedeutet, den Menschen im Kontext mit dem umgebenden Lebensraum und den Lebensbedingungen wenn möglich zu behandeln und zu verbessern. Dies ist jedoch nur mit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Medizin und Patienten möglich. Jeder Mensch kann für eine gute Mobilität seiner Körpersysteme und somit für seine Gesundheit sorgen, indem er für genügend Bewegung, gute natürliche Ernährung und ein entspanntes und zufriedenes Leben sorgt.

Ruhe und Entspannung durch Meditation

Wir leben momentan in schnelllebigen und unsicheren Zeiten. Das kann Ängste und Unsicherheiten erzeugen. In vielen Situationen erleben wir den vermeintlichen Verlust der Kontrolle. Das lässt unseren Geist und unsere Gedanken nicht zur Ruhe kommen. Schlaflosigkeit, das Gefühl von Stress und Zerrissenheit sind die Folgen. Das kostet uns viel Kraft und kann physische und psychische Symptome verursachen. Was uns helfen kann: Meditation. Das Beste daran: Sie benötigen nicht viel Platz oder Equipment, sondern können sofort loslegen.

Was ist Meditation?

Meditation klingt für viele Menschen nach Esoterik und Übersinnlichem. Dabei sind es verschiedene Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, durch die man einen Zustand innerer Ruhe erreichen kann. Bei der Meditation muss kein Ziel erreicht werden. Es geht nicht darum, erfolgreich zu sein. Wir üben uns darin, in der Gegenwart präsent zu sein. Hört sich erst mal einfach an, es bedarf aber meist etwas Übung, bis die Gedanken nicht mehr bei der Arbeit oder den morgigen Terminen sind. Meditation ist eine Schulung der Achtsamkeit. Achtsam im Moment zu sein und alles, was in diesem Augenblick passiert, zu akzeptieren. Wenn unsere Aufmerksamkeit, unsere Gedanken dabei auf Wanderschaft gehen, können wir lernen, wieder in die Gegenwart zurückzukehren.

Wenn wir achtsam und präsent sind, uns selbst und den Moment ohne Wertung einfach annehmen können, entsteht daraus eine tiefe geistige Entspannung. Wir lernen uns in der Meditation selbst kennen mit all unseren Gefühlen, Wahrnehmungen und vielleicht auch Bewertungen. Die Meditation lehrt uns eine Haltung des Sich-Annehmens. Erst in dem Moment, in dem wir in der Meditation den Weg der Ziele, der Erwartungen und des Strebens nach Erfolg verlassen, können wir die Situation und uns selbst so akzeptieren, wie wir sind und wie es ist. Ein Weiser wurde einmal gefragt: „Was machst du in der Meditation?“ Und er antwortete: „Ich mache nichts.“

Verschiedene Meditationsarten

Atemmeditation

Sie können die Atemmeditation als eigene Meditation durchführen oder sich damit auf eine andere Meditation vorbereiten. Sie eignet sich auch zur Entspannung zwischendurch, in stressigen oder zum Einschlafen. Setzen Sie sich bequem hin und schließen Sie Ihre Augen. Spüren Sie, wie Ihr Atem durch den Körper strömt. Nehmen Sie keinen Einfluss auf Ihre Atmung. Versuchen Sie zu fühlen, wo Sie den Atem am besten wahrnehmen können: Ist es ein leichtes Kitzeln auf der Oberlippe? Oder das Heben und Senken des Brustkorbs? Vielleicht wird es in der Nase kalt beim Einströmen der Lust und wieder warm beim Ausströmen? Werten Sie nicht und versuchen Sie nicht, Ihre Atmung aktiv zu steuern – beobachten Sie wie ein stiller, aufmerksamer Beobachter. Schweift Ihre Aufmerksamkeit von der Wahrnehmung des Atmens ab, bringen Sie sie ruhig wieder dahin zurück. Beginnen Sie mit Übungseinheiten von wenigen Minuten am Tag und steigern Sie die Zeit langsam.

Achtsamkeitsmeditation

Seien Sie achtsam mit Ihrem Körper und erspüren Sie ihn Stück für Stück. Beginnen Sie an den Zehen: Wie fühlen sie sich an – warm oder kalt? Vielleicht kribbeln sie ein bisschen? Wandern Sie Zentimeter für Zentimeter über Ihren Körper und erspüren Sie aufmerksam, wie er sich anfühlt. Werten Sie nicht – nehmen Sie einfach nur wahr. Fühlen sich manche Stellen verspannt an, können Sie versuchen, dort bewusst und entspannend hinzuatmen.

Visualisierung

Unternehmen Sie eine Gedankenreise an einen Ort, an dem Sie sich besonders wohlfühlen. Erzeugen Sie so ganz einfach angenehme und positive Gefühle. Begeben Sie sich in Gedanken an einen Ort, den Sie besonders mögen, an dem Sie entspannt und glücklich sind. Das kann ein real existierender Ort sein, den Sie bereits kennen – es kann aber auch ein Ort in Ihrer Fantasie sein. Schauen Sie sich dort genau um: Wie sieht es aus? Was spüren Sie – weichen Sand unter den Füßen, kühlen Waldboden oder vielleicht eine kitzelnde Wiese? Welche Farben nehmen Sie wahr? Wonach riecht es? Welche Geräusche hören Sie – vielleicht auch in der Ferne? Dieses Gefühl, das Sie dort in diesem Augenblick empfinden, können Sie mit etwas Übung abspeichern und in Situationen hervorrufen, in denen Sie sich unwohl fühlen oder Ruhe und Entspannung benötigen.

Erdung

Setzen Sie sich in eine bequeme Meditationshaltung. Beobachten Sie Ihren Atem, ohne ihn zu beeinflussen. Stellen Sie sich bei der Ausatmung vor, wie aus den Sitzknochen Wurzeln in den Boden wachsen und Sie tief und fest erden und verankern. Sie sind fest mit der Erde verbunden, die Sie trägt. Alles, was Sie bedrückt oder belastet, lassen Sie durch diese Wurzeln in den Boden sinken und wegströmen. Beim Einatmen nehmen Sie aus den Wurzeln neue frische Energie aus der Erde auf. Lassen Sie den Atem ganz natürlich fließen und wiederholen Sie diese Vorstellung solange, wie es Ihnen gut tut. Zum Ende der Meditation lösen Sie die Wurzeln sanft wieder.

Anleitung zur Meditation in 6 Schritten

1. Suchen Sie sich den passenden Ort
Gerade Anfängern kann es helfen, einen festen Ort für ihre Meditationseinheiten zu wählen, um eine Routine zu entwickeln. Es sollte ein besonderer Raum oder ein Teilbereich innerhalb eines Zimmers sein, an dem Sie sich wohlfühlen und zumindest während der Meditation ungestört sind. Er sollte sauber und aufgeräumt sein.

2. Reservieren Sie sich Zeit
Meditation ist in den Morgenstunden nach dem Aufstehen oder in den Abendstunden vor dem Schlafengehen am wirksamsten. Morgens ist der Geist noch frisch und unbelastet von den Erlebnissen des Tages. Es empfiehlt sich, eine feste Zeit im Tagesablauf zu etablieren. Manchmal empfiehlt es sich auch, etwas anderes dafür wegzulassen – beispielsweise den morgendlichen Smartphone-Check. Abends kann die Meditation dabei helfen, Erlebtes zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.

3. Meditation ist Gewohnheit
Meditieren Sie regelmäßig, möglichst jeden Tag. Unser Geist muss sich in dieser schnelllebigen Welt erst daran gewöhnen, still und achtsam zu sein. Beginnen Sie daher mit kurzen Einheiten von 5 bis 10 Minuten und steigern Sie langsam auf 20 bis 30 Minuten.

4. Die Sitzhaltung
Meditieren Sie in einer bequemen und stabilen Sitzhaltung. Der Rücken sollte gerade und nicht verspannt sein. Sie müssen nicht im Lotussitz sitzen. Machen Sie es sich bequem: Schlagen Sie die Beine auf andere Weise übereinander, nutzen Sie ein Sitzkissen oder eine Meditationsbank. Wer nicht auf dem Boden sitzen kann oder möchte, sitzt alternativ auf einem Stuhl und kreuzt die Füße. Legen Sie sich nach Möglichkeit nicht hin, da eine gewisse Körperspannung hilft, wach zu bleiben.

5. Die Atmung
Versuchen Sie bewusst, sich zu entspannen und rhythmisch zu atmen. Atmen Sie, wenn möglich, durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Beginnen Sie mit einer Minute tiefer Bauchatmung, atmen Sie dann langsamer und unmerklicher. Versuchen Sie, die Ausatmung im Vergleich zur Einatmung zu verlängern. Bleiben Sie aber zunächst bei ihrem eigenen Atemrhythmus.

6. Der Geist
Versuchen Sie, alle Gedanken, die kommen, zuzulassen und erwarten Sie nicht sofortige Ruhe. Bleiben Sie gelassen, nehmen Sie die Empfindungen wahr – führen Sie Ihre Aufmerksamkeit jedoch immer wieder sanft auf den Atem zurück. Wenn Sie während der Meditation unbequem sitzen, ändern Sie die Sitzposition.

Osteopathie bei Magenproblemen

Uns kann etwas auf den Magen schlagen oder schwer im Magen liegen. Gleichzeitig geht aber auch die Liebe durch den Magen … Positive und negative Emotionen wie Verliebtsein, Angst oder Stress stehen in direkter Wechselwirkung mit unserem Magen-Darm-Trakt.

Unser Gehirn kann stressige Situationen bewerten und verarbeiten. Das Nervensystem in unserem Magen-Darm-Trakt ist dazu nicht in der Lage, deshalb fällt die Reaktion immer gleich aus: In Stresssituationen werden Hormone wie Adrenalin ausgeschüttet. Dies führt zu einer vermehrten Durchblutung im Gehirn und in der Muskulatur. Der Magen-Darm-Trakt wird dagegen weniger durchblutet. Dadurch ist die Magentätigkeit gehemmt und Mahlzeiten können „wie ein Stein“ im Magen liegen. Außerdem wird der Magen-Darm-Trakt durch ein komplexes Nervensystem gesteuert. Bei Stress ist die Reizschwelle herabgesenkt, dadurch sind unsere Verdauungsorgane empfindlicher und sorgen für einen „nervösen Magen“.

Was ist der Magen?

Unser Magen ist ein Hohlorgan aus Muskelgewebe und etwa 20 bis 30 Zentimeter lang. Sein Füllungsvermögen beträgt 1,2 bis 1,6 Liter. Der Name „Magen“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie „Beutel“. Er ist tatsächlich sackförmig. Seine genaue Lage, Größe und Form sind jedoch von Mensch zu Mensch verschieden und hängen von Faktoren wie Lebensalter, Füllungszustand oder Körperlage ab. In der Regel liegt er im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell. Der tiefste Punkt liegt etwa in Höhe des Nabels.

Welche Funktion hat der Magen?

Unser Magen speichert Nahrung vorübergehend und gibt sie in kleinen Mengen an den Darm weiter. Wie lange der Speisenbrei im Magen bleibt, ist unterschiedlich: Leicht Verdauliches, wie Obst oder Gemüse, bleibt etwa ein oder zwei Stunden im Magen. Speisen, die „schwer im Magen liegen“, bleiben dort etwa 5 bis 8 Stunden, bevor es weitergeht. Während die Nahrung im Magen liegt, wird sie ständig durchmischt durch die Magenperistaltik, rhythmische Muskelkontraktionen, die sich in Wellen über die Magenwand ausbreiten. Eine Tonne Nahrung knetet unser Magen jährlich zu Brei.

Unterstützt wird der Muskel vom Magensaft, der unter anderem aus Wasser, etwa 0,5-prozentiger Salzsäure und weiteren Inhaltsstoffen besteht, die dazu beitragen, dass sich die aufgenommene Nahrung zersetzt. Die Salzsäure wird in der Magenwand gebildet. Sie tötet Bakterien in der Nahrung ab und spielt eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von Proteinen durch Verdauungsenzyme. Magensäure ist so aggressiv, dass sie sogar Metall zersetzen kann und auch unseren Magen verdauen würde, wäre er nicht durch die Magenschleimhaut geschützt. In der Magenschleimhaut wird der Intrinsische Faktor gebildet, ein Glykoprotein, ohne das wir kein Vitamin B12 aufnehmen könnten.

Magen und Osteopathie

Der Magen wird aus den Bereichen der unteren Brustwirbelsäule sympathisch und aus dem Halswirbelsäulenbereich parasympathisch angesteuert. Fehlfunktionen in diesen Bereichen der Wirbelsäule können sich negativ auf die Mobilität und die Funktion des Magens auswirken. Eine „schlechte“ Körperhaltung in Verbindung mit Bewegungsmangel wirken sich gerade auf diese Wirbelsäulenbereiche negativ aus. So kann es zu Fehlsteuerungen der Magensaft- und Magenschleimhautproduktion kommen. Aber auch der Magen kann die Wirbelsäule schmerzhaft beeinflussen. Wir spüren das dann meist im linke Brustwirbelsäulen-Bereich. Auch linksseitige Schulterschmerzen oder Kopfschmerzen können durch Magenstörungen entstehen. Bei Magenbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Sodbrennen, Magendruck usw. sollte zunächst der Hausarzt konsultiert werden. Eine osteopathische Behandlung kann lediglich eine begleitende Therapie sein.

Eine gesunde Ernährung und ausreichend Entspannung sind für eine gesunde Funktion unseres Magen entscheidend. Stress erhöht den Cortisolspiegel im Blut und kann zu einer erhöhten Ausschüttung von Magensäure führen. Durch zu viel Magensäure wird die Magenschleimhaut beschädigt. Bei der Ernährung sollte auf fettarme und wenig gewürzte Nahrungsmittel geachtet werden. Bananen sind magenfreundlich, da sich ihre Inhaltsstoffe schützend auf die Magenschleimhaut legen. Zusätzlich enthalten sie viel Magnesium, welches die Nerven in Stresssituationen unterstützt. Kartoffeln und Möhren eignen sich bei Magenproblemen. Kartoffeln gehören zu den basischen Lebensmitteln und sind in der Lage, Säuren zu neutralisieren. Möhren sind gut verdaulich und enthalten viele Vitamine, außerdem sind sie reich an Ballaststoffen und schützen so den Magen-Darm-Trakt. Fenchel wirkt beruhigend auf den gereizten Magen und hat gleichzeitig eine durchblutungsfördernde, bakterienabtötende Wirkung. Auf kohlensäurehaltige Getränke sollte bei einer magenschonenden Ernährung verzichtet werden. Besser geeignet sind stilles Wasser und Kräutertees. Auch Kaffee, Zigaretten und Alkohol können einen nervösen Magen verursachen und sollten gemieden werden.

Entspannungsübung

Atmen Sie in Ruhe ein und aus. Spüren Sie, wie sich Ihr gesamter Körper entspannt. Atmen Sie nun 6 Mal tief durch die Nase ein und aus. Spüren Sie den Weg, den der Atem in Ihrem Körper nimmt.

Nun atmen Sie völlig frei – lassen Sie Ihren Atem einfach fließen. Versuchen Sie, ihn nicht bewusst zu steuern. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nase. Nehmen Sie die Atemluft in der Nase wahr. Atmen Sie 10 Züge ganz gezielt durch die Nase ein und aus.

Konzentrieren Sie sich auf Ihren Bauch. Spüren Sie in den nächsten 10 Atemzügen ganz gezielt, wie sich Ihr Bauch bei der Atmung senkt und hebt.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Brust. Spüren Sie in den nächsten 10 Atemzügen ganz bewusst, wie sich Ihre Brust und Ihre Lungen mit dem Sauerstoff füllen und wie diese sich wieder leeren. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig weiter. Nehmen Sie wieder den Weg der Atemluft in Ihrem Körper wahr. Beginnen Sie bei der Nase, über die Brust und Lunge bis in den tiefsten Punkt des Bauches. Lassen Sie Ihren Atem durch Ihren Körper fließen und zirkulieren.

LWS – Mobilität – Rotation

RÜCKENLAGE: Bewegen Sie beide gewinkelten Knie maximal von der rechten zur linken Seite. Machen Sie hierbei keine ruckartigen Bewegungen. In der Endposition halten Sie die Spannung 30 Sekunden. Die Übung 2 bis 3 x wiederholen.

 

BWS – Kraft -Extension

BAUCHLAGE: Arme gestreckt neben dem Körper: Heben Sie Arme und Kopf mit gestrecktem Rücken hoch. Die Spannung 20 bis 30 Sekunden halten. Die Übung 2 bis 3 x wiederholen.

Schlafstörungen in der Corona-Pandemie

Jeder zehnte Deutsche schläft seit Beginn der Corona-Pandemie schlechter. Unter denjenigen, die coronabedingt gestresst sind, ist sogar jeder Vierte von schlechtem Schlaf betroffen – zu diesem Schluss kommt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse.

Inzwischen haben sich viele Menschen mit den Einschränkungen und Herausforderungen arrangiert, die Corona mit sich bringt. Zumindest vordergründig. Kaum liegen sie im Bett, geht es los mit der Grübelei, Sorgen und Ängsten und dem schlaflosen Hin- und Herwälzen.

Unterschied zwischen schlechtem Schlaf und einer Schlafstörung

Wer schlecht schläft, leidet nicht automatisch an einer Schlafstörung. Davon spricht man erst, wenn Schlafprobleme länger als einen Monat häufiger als dreimal in der Woche und in Kombination mit Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsproblemen auftreten. Eine Schlafstörung ist immer ein Fall für den Arzt, denn nicht Schlafen zu können, zermürbt – nicht umsonst ist Schlafentzug eine Foltermethode.

Warum guter Schlaf wichtig ist

Viele von uns werden es kennen: Schlechter Schlaf bedeutet häufig schlechte Laune. Sind wir müde, lässt unsere Konzentration nach. Schlafmangel macht reizbar und launisch – das kann in schlimmen Fällen bis zu Persönlichkeitsstörungen und Suizidgedanken reichen. Auch körperlich spüren wir die Auswirkungen von schlechtem Schlaf: Muskelspannung, Herzschlag, Blutdruck, Stoffwechsel und Immunsystem geraten durcheinander. Bei Menschen, die nicht ausreichend schlafen können, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Herzinfarkte, Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Außerdem steigt bei Müdigkeit die Unfallgefahr. Ausreichend guter Schlaf ist wichtig für unsere körperliche und seelische Gesundheit, denn im Schlaf ist unser Körper keineswegs untätig. Unser Gehirn verarbeitet Erlebnisse und überträgt Erlerntes in unser Langzeitgedächtnis. Lebenswichtige Hormone werden ausgeschüttet, Gewebe wird repariert und Körperzellen regenerieren. Unser Immunsystem bildet Abwehrzellen und auch die Verdauung und der Stoffwechsel arbeiten, solange wir schlummern.

Was ist guter Schlaf?

Sieben bis acht Stunden Schlaf sind laut wissenschaftlicher Studien am effektivsten – dennoch ist die ideale Schlafdauer individuell. Neueste wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass nicht nur die Quantität des Schlafs entscheidend ist für unsere Gesundheit, sondern auch die Qualität. Deshalb lohnt es sich, auf eine gute sogenannte „Schlafhygiene“ zu achten. Damit ist weniger gemeint, regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln, sondern bestimmte Verhaltensweisen zu etablieren, die einen ruhigen und erholsamen Schlaf ermöglichen.

Wie geht „guter Schlaf“?

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag kräftig durcheinandergewirbelt und unsere Tagesstruktur verändert. Die ist aber wichtig für unseren Schlaf, denn guter Schlaf beginnt nicht erst abends im Bett, sondern bereits tagsüber. Ein klarer Schlaf-Wach-Rhythmus erleichtert uns erholsamen Schlaf. Dazu gehört, dass wir Tageslicht abbekommen – auch wenn wir die meiste Zeit im Homeoffice sitzen. Abends gilt dann spätestens 45 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen: Bildschirme aus. Denn das Licht von Bildschirmen bremst die Freisetzung des Hormons Melatonin, das wir unter anderem für gutes Einschlafen benötigen. Die Digitalisierungswelle während Corona hat die Verweildauer vor Bildschirmen häufig noch gefördert.

Schlafstörungen und Osteopathie

Wer schon einmal beim Osteopathen war, kennt das Phänomen: Meist ist man nach der Behandlung angenehm müde und entspannt. Das liegt daran, dass sich eine osteopathische Behandlung harmonisierend auf das vegetative Nervensystem auswirkt. Und diese Wirkung kann man sich auch bei Schlafstörungen zunutze machen. Zudem können mithilfe von Osteopathie Verspannungen und Blockaden in unserem Körper gelöst werden, die sich im Alltag aufgebaut haben. Sprechen Sie uns bei Fragen dazu gerne an.

Unsere 5 Tipps für einen erholsamen Schlaf

  1. Das Schlafzimmer sollte ruhig, dunkel und kühl (zwischen 18 und 22 Grad) sein.
  2. Tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen und Tageslicht tanken.
  3. Abends nicht mehr zu viel oder zu schwer essen.
  4. Entspannt ins Bett gehen: möglichst keinen Arbeitsplatz im Schlafzimmer einrichten, eine Stunde vor dem Zubettgehen alle Bildschirme ausmachen und feste Rituale etablieren. Auch innerlich „herunterfahren“.
  5. Osteopathie kann durch die harmonisierende Wirkung auf das vegetative Nervensystem unterstützend eingesetzt werden.