Osteopathie bei Arthrose

Osteopathische Behandlung bei Gonarthrose

Laut fünftem Versorgungsreport der DAK ist fast ein Viertel der Bevölkerung im Lebensverlauf von Kniearthrose, der sogenannten Gonarthrose, betroffen. Die fortschreitende Abnutzung des Knorpels im Kniegelenk kann zu Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen führen, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Während herkömmliche Behandlungsmethoden wie Schmerzmedikation und Physiotherapie oft Teil des Behandlungsplans sind, gewinnt die Osteopathie als alternative Therapieform zunehmend an Bedeutung.

Gonarthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Knies. Es handelt sich um eine Form von Arthrose, bei der der Knorpel im Kniegelenk langsam abnutzt und sich degeneriert. Sie tritt häufig bei älteren Menschen aufgrund von Verschleiß auf, kann aber auch durch Verletzungen, Überlastung oder genetische Faktoren verursacht werden. Die Behandlung kann von physikalischer Therapie und Schmerzmedikation bis hin zu operativen Eingriffen wie einer Kniegelenkersatzoperation reichen, je nach Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Studien belegen: Auch Osteopathie kann ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von Gonarthrose sein.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten bei Gonarthrose

Menschen, die unter Kniearthrose leiden, tendieren oft dazu, die Knie zu schonen und nur minimal zu belasten. Doch dieser Ansatz ist nicht empfehlenswert. Zielgerichtete Bewegung und Muskelstärkung sind wichtig, um Muskeln zu kräftigen und die Gelenkfunktion zu verbessern. Bewegung regt die Durchblutung an, was wiederum zu einer besseren Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen führt. Allerdings sollten Sportarten und Übungen gewählt werden, die das Knie nicht überlasten. Geeignete Aktivitäten sind beispielsweise Radfahren, Schwimmen, Yoga oder Nordic Walking. Sportarten wie Joggen, Tennis oder Skifahren sollten vermieden werden, da sie das Knie starken Belastungen aussetzen können. Darüber hinaus können Kräftigungs- und Koordinationsübungen durchgeführt werden, um das Knie zu stabilisieren.

Im Rahmen der konservativen Therapie sind Schmerzmittel oft Teil des Behandlungsplans. Diese lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Nicht-Opioid- und Opioid-Medikamente. Bekannte Beispiele für Nicht-Opioid-Medikamente sind Diclofenac oder Ibuprofen, auch bekannt als NSAR. Opioid-Medikamente hingegen werden aufgrund ihres Suchtpotenzials nur in seltenen und schweren Fällen von Kniearthrose eingesetzt und normalerweise kurzfristig verabreicht, oft als Übergangslösung bis zu einer Operation. Bei starken Schmerzen und Schwellungen kann auch Kortison in Form einer Injektion eingesetzt werden. Obwohl Medikamente vorübergehend Symptome lindern können, können sie das Fortschreiten der Arthrose langfristig nicht stoppen.

Wann macht ein Kunstgelenk Sinn?

Eine Regel lautet: Man operiert keine Röntgenbilder, sondern Menschen mit individuellen Vorstellungen, Bedürfnissen und Wünschen. Während sich der eine auf dem Tennisplatz auspowern muss, um zufrieden zu sein, reichen für die andere vielleicht gemütliche Spaziergänge durch die Natur. Ausschlaggebend für Pro und Contra einer Operation ist daher immer die Frage, wie groß die individuellen Einschränkungen und Schmerzen der Betroffenen sind und ob sie mit den Beschwerden leben wollen und können.

Auch die Frage nach dem Einfluss der Arthrose auf den Körper sollte in Betracht gezogen werden. Wenn die gesamte Körperhaltung durch Knochenablagerungen oder Instabilität – nicht nur im betroffenen Gelenk, sondern im gesamten Körper – leidet, weil beispielsweise Hüfte oder Knie nicht mehr richtig gestreckt werden können, können Wirbelsäule und weitere Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch dann kann ein Kunstgelenk eine sinnvolle Option sein, um Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und Folgeschäden zu vermeiden.

Osteopathie bei Gonarthrose

Weder Osteopathie noch eine der anderen Behandlungsformen kann Arthrose heilen. Wenn die Knorpelschicht bereits beschädigt oder abgebaut ist, kann durch eine osteopathische Behandlung der Knorpel nicht wiederhergestellt werden. Allerdings kann Osteopathie helfen, Gelenkfehlstellungen, einseitige Belastung oder chronische Fehlhaltungen zu optimieren, Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Zugrunde liegende Ungleichgewichte können identifiziert und ausgeglichen werden. Dabei liegt das Ziel nicht nur darin, die Belastung des betroffenen Gelenks zu reduzieren, sondern auch die erhöhte Spannung in den umgebenden Geweben wie Muskeln und Faszien zu verringern. Häufig resultieren Knieschmerzen aus Problemen in der Hüfte oder in den Füßen.

In einer Studie, die sich mit der Wirksamkeit verschiedener Therapieansätze bei Gonarthrose befasst, wurde insbesondere die Rolle der Osteopathie untersucht. Die Studie wurde anhand einer Gruppe von 60 Teilnehmern durchgeführt, die alle an klinisch und radiologisch diagnostizierter Gonarthrose im Grad 2 oder 3 litten. Die Teilnehmenden wurden zufällig in drei Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt osteopathische Behandlungen, eine weitere erhielt Physiotherapie und die dritte Gruppe wurde mit einer medikamentösen Standardtherapie behandelt. Die Wirksamkeit dieser verschiedenen Therapieformen wurde anhand von Schmerzreduktion, Verbesserung der Beweglichkeit und der Auswirkungen auf die Lebensqualität gemessen.

Die Auswertung der Studiendaten ergab signifikante Verbesserungen in allen drei Therapiegruppen. Besonders deutlich war der Effekt jedoch in der Gruppe, die osteopathische Behandlungen erhielt. Diese zeigte eine beeindruckende Reduktion der Schmerzen und eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit im Vergleich zu den anderen beiden Gruppen. Obwohl der Unterschied statistisch nicht signifikant war, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die osteopathische Behandlung einen vielversprechenden Ansatz für die Behandlung von Gonarthrose darstellt. Durch eine ganzheitliche Herangehensweise kann die Osteopathie dazu beitragen, Symptome zu verbessern und das Wohlbefinden des Patienten zu steigern, auch wenn sie die Arthrose nicht vollständig heilen kann.

Essen

Ernährung bei Schmerzen

 

Von einer gesunden Ernährung profitiert jeder Mensch, aber insbesondere Schmerzpatienten können mit den richtigen Nahrungsmitteln eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen. Dafür sind meist keine strengen Diäten notwendig – bereits eine Ernährungsumstellung kann große Erfolge erzielen.

Die Ernährungsbasics – überwiegend pflanzliche Produkte zu sich zu nehmen und ausreichend zu trinken – gelten für alle Menschen gleichermaßen. Im Detail empfiehlt sich jedoch eine individuelle Ernährungsanpassung mithilfe einer symptomorientierten Ernährungsberatung. Während Menschen, die unter Migräne leiden, beispielsweise regelmäßig hochwertige Kohlenhydrate essen sollten, kann ein hoher Konsum von Kohlenhydraten bei Rheumatikern entzündliche Prozesse im Körper verstärken.

Falsche Ernährung kann aber nicht nur chronische Schmerzen verschlimmern, sondern auch akute Schmerzen auslösen. Denn in unserem Körper entstehen ständig Säuren, die neutralisiert und abtransportiert werden müssen. Ist dies – beispielsweise aufgrund falscher Ernährung oder durch Stress verursachter Muskelverspannungen – nicht möglich, lagern sich überschüssige Säuren als Salz im Bindegewebe ab und verursachen dort Entzündungen und folglich Schmerzen. Es entsteht ein Teufelskreis, denn die Entzündungen produzieren zusätzlich Säuren. Am deutlichsten wird dieses Phänomen bei Gicht: Hier führen Harnsäurekristalle zu starken Schmerzen. Gicht gilt als „Wohlstandskrankheit“, denn Fleisch, Alkohol oder industrieller Zucker sorgt für eine Erhöhung der Harnsäure.

Durch Übersäuerung oder lang anhaltende Muskelverspannungen funktioniert der Lymphfluss nicht mehr ausreichend. Das hat zur Folge, dass der körpereigene Stoff Fibrin, der eigentlich dazu dient, Wunden zu verschließen, aktiviert wird und zusätzlich die Faszien verklebt. Durch das verkrampfte Muskelgewebe werden Nervenbahnen eingeengt werden, was wiederum zu Schmerzen führt.

Studien belegen, dass eine gesunde Ernährung stark entzündungshemmend wirken kann, wodurch Schmerzen vorgebeugt wird oder sie gelindert werden können. Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis konnte durch die Therapie mit hoch dosierten Omega-3-Fettsäuren der tägliche Bedarf an Schmerzmitteln (NSAR) nachweislich verringert werden.

5 wichtige Bausteine, die bei einer gesunden Ernährung nicht fehlen sollten:

WASSER

Unser Körper besteht ungefähr zu 60 bis 80 Prozent aus Wasser und benötigt Flüssigkeit, um wichtige Nährstoffe zu Organen zu transportieren und Giftstoffe auszuschwemmen. Durchschnittlich zwei bis drei Liter (35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht) Flüssigkeit sollten Erwachsene pro Tag zu sich nehmen. Nicht alles muss getrunken werden: Etwa einen Liter nehmen wir über feste Nahrung zu uns. Die übrige Flüssigkeitsmenge, also etwa 1,5 Liter, muss über Getränke aufgenommen werden. Leitungswasser kann auch unterwegs überall an Refill-Stationen kostenlos aufgefüllt werden.

OBST UND GEMÜSE

Pflanzliche Nahrung enthält Citrat, das basisch wirkt und Säuren neutralisieren kann. Zusätzlich versorgen Obst und Gemüse den Körper mit einem hohen Gehalt an Vitalstoffen, vor allem Antioxidantien, stärken das Immunsystem und gleichen Entzündungsprozesse aus.

PFLANZLICHES EIWEISS

Tierisches Eiweiß enthält hohe Mengen an Arachidonsäure, die als entzündungsfördernd gilt. Stattdessen empfiehlt es sich, für die Eiweißzufuhr auf pflanzliche Alternativen zurückzugreifen: Nüsse, Hülsenfrüchte oder Tofu.

HOCHWERTIGE FETTSÄUREN

Meeresfisch (Makrele, Lachs, Thunfisch) und Pflanzenöle wie Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl enthalten große Mengen an Omega-3-Fettsäuren.

GEWÜRZE

Gewürze wie Kreuzkümmel, Koriander und Muskat gelten als natürlich wirkendes Schmerzmittel, da sie die Durchblutung der Gelenkschleimhaut verbessern. Zusätzlich peppen Gewürze die Mahlzeiten auf und sorgen für geschmackliche Abwechslung.