Ernährung bei Schmerzen

Von einer gesunden Ernährung profitiert jeder Mensch, aber insbesondere Schmerzpatienten können mit den richtigen Nahrungsmitteln eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen. Dafür sind meist keine strengen Diäten notwendig – bereits eine Ernährungsumstellung kann große Erfolge erzielen.

Die Ernährungsbasics – überwiegend pflanzliche Produkte zu sich zu nehmen und ausreichend zu trinken – gelten für alle Menschen gleichermaßen. Im Detail empfiehlt sich jedoch eine individuelle Ernährungsanpassung mithilfe einer symptomorientierten Ernährungsberatung. Während Menschen, die unter Migräne leiden, beispielsweise regelmäßig hochwertige Kohlenhydrate essen sollten, kann ein hoher Konsum von Kohlenhydraten bei Rheumatikern entzündliche Prozesse im Körper verstärken.

Falsche Ernährung kann aber nicht nur chronische Schmerzen verschlimmern, sondern auch akute Schmerzen auslösen. Denn in unserem Körper entstehen ständig Säuren, die neutralisiert und abtransportiert werden müssen. Ist dies – beispielsweise aufgrund falscher Ernährung oder durch Stress verursachter Muskelverspannungen – nicht möglich, lagern sich überschüssige Säuren als Salz im Bindegewebe ab und verursachen dort Entzündungen und folglich Schmerzen. Es entsteht ein Teufelskreis, denn die Entzündungen produzieren zusätzlich Säuren. Am deutlichsten wird dieses Phänomen bei Gicht: Hier führen Harnsäurekristalle zu starken Schmerzen. Gicht gilt als „Wohlstandskrankheit“, denn Fleisch, Alkohol oder industrieller Zucker sorgt für eine Erhöhung der Harnsäure.

Durch Übersäuerung oder lang anhaltende Muskelverspannungen funktioniert der Lymphfluss nicht mehr ausreichend. Das hat zur Folge, dass der körpereigene Stoff Fibrin, der eigentlich dazu dient, Wunden zu verschließen, aktiviert wird und zusätzlich die Faszien verklebt. Durch das verkrampfte Muskelgewebe werden Nervenbahnen eingeengt werden, was wiederum zu Schmerzen führt.

Studien belegen, dass eine gesunde Ernährung stark entzündungshemmend wirken kann, wodurch Schmerzen vorgebeugt wird oder sie gelindert werden können. Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis konnte durch die Therapie mit hoch dosierten Omega-3-Fettsäuren der tägliche Bedarf an Schmerzmitteln (NSAR) nachweislich verringert werden.

5 wichtige Bausteine, die bei einer gesunden Ernährung nicht fehlen sollten:

WASSER

Unser Körper besteht ungefähr zu 60 bis 80 Prozent aus Wasser und benötigt Flüssigkeit, um wichtige Nährstoffe zu Organen zu transportieren und Giftstoffe auszuschwemmen. Durchschnittlich zwei bis drei Liter (35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht) Flüssigkeit sollten Erwachsene pro Tag zu sich nehmen. Nicht alles muss getrunken werden: Etwa einen Liter nehmen wir über feste Nahrung zu uns. Die übrige Flüssigkeitsmenge, also etwa 1,5 Liter, muss über Getränke aufgenommen werden. Leitungswasser kann auch unterwegs überall an Refill-Stationen kostenlos aufgefüllt werden.

OBST UND GEMÜSE

Pflanzliche Nahrung enthält Citrat, das basisch wirkt und Säuren neutralisieren kann. Zusätzlich versorgen Obst und Gemüse den Körper mit einem hohen Gehalt an Vitalstoffen, vor allem Antioxidantien, stärken das Immunsystem und gleichen Entzündungsprozesse aus.

PFLANZLICHES EIWEISS

Tierisches Eiweiß enthält hohe Mengen an Arachidonsäure, die als entzündungsfördernd gilt. Stattdessen empfiehlt es sich, für die Eiweißzufuhr auf pflanzliche Alternativen zurückzugreifen: Nüsse, Hülsenfrüchte oder Tofu.

HOCHWERTIGE FETTSÄUREN

Meeresfisch (Makrele, Lachs, Thunfisch) und Pflanzenöle wie Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl enthalten große Mengen an Omega-3-Fettsäuren.

GEWÜRZE

Gewürze wie Kreuzkümmel, Koriander und Muskat gelten als natürlich wirkendes Schmerzmittel, da sie die Durchblutung der Gelenkschleimhaut verbessern. Zusätzlich peppen Gewürze die Mahlzeiten auf und sorgen für geschmackliche Abwechslung.