Osteopathie bei Magenproblemen

Uns kann etwas auf den Magen schlagen oder schwer im Magen liegen. Gleichzeitig geht aber auch die Liebe durch den Magen … Positive und negative Emotionen wie Verliebtsein, Angst oder Stress stehen in direkter Wechselwirkung mit unserem Magen-Darm-Trakt.

Unser Gehirn kann stressige Situationen bewerten und verarbeiten. Das Nervensystem in unserem Magen-Darm-Trakt ist dazu nicht in der Lage, deshalb fällt die Reaktion immer gleich aus: In Stresssituationen werden Hormone wie Adrenalin ausgeschüttet. Dies führt zu einer vermehrten Durchblutung im Gehirn und in der Muskulatur. Der Magen-Darm-Trakt wird dagegen weniger durchblutet. Dadurch ist die Magentätigkeit gehemmt und Mahlzeiten können „wie ein Stein“ im Magen liegen. Außerdem wird der Magen-Darm-Trakt durch ein komplexes Nervensystem gesteuert. Bei Stress ist die Reizschwelle herabgesenkt, dadurch sind unsere Verdauungsorgane empfindlicher und sorgen für einen „nervösen Magen“.

Was ist der Magen?

Unser Magen ist ein Hohlorgan aus Muskelgewebe und etwa 20 bis 30 Zentimeter lang. Sein Füllungsvermögen beträgt 1,2 bis 1,6 Liter. Der Name „Magen“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie „Beutel“. Er ist tatsächlich sackförmig. Seine genaue Lage, Größe und Form sind jedoch von Mensch zu Mensch verschieden und hängen von Faktoren wie Lebensalter, Füllungszustand oder Körperlage ab. In der Regel liegt er im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell. Der tiefste Punkt liegt etwa in Höhe des Nabels.

Welche Funktion hat der Magen?

Unser Magen speichert Nahrung vorübergehend und gibt sie in kleinen Mengen an den Darm weiter. Wie lange der Speisenbrei im Magen bleibt, ist unterschiedlich: Leicht Verdauliches, wie Obst oder Gemüse, bleibt etwa ein oder zwei Stunden im Magen. Speisen, die „schwer im Magen liegen“, bleiben dort etwa 5 bis 8 Stunden, bevor es weitergeht. Während die Nahrung im Magen liegt, wird sie ständig durchmischt durch die Magenperistaltik, rhythmische Muskelkontraktionen, die sich in Wellen über die Magenwand ausbreiten. Eine Tonne Nahrung knetet unser Magen jährlich zu Brei.

Unterstützt wird der Muskel vom Magensaft, der unter anderem aus Wasser, etwa 0,5-prozentiger Salzsäure und weiteren Inhaltsstoffen besteht, die dazu beitragen, dass sich die aufgenommene Nahrung zersetzt. Die Salzsäure wird in der Magenwand gebildet. Sie tötet Bakterien in der Nahrung ab und spielt eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von Proteinen durch Verdauungsenzyme. Magensäure ist so aggressiv, dass sie sogar Metall zersetzen kann und auch unseren Magen verdauen würde, wäre er nicht durch die Magenschleimhaut geschützt. In der Magenschleimhaut wird der Intrinsische Faktor gebildet, ein Glykoprotein, ohne das wir kein Vitamin B12 aufnehmen könnten.

Magen und Osteopathie

Der Magen wird aus den Bereichen der unteren Brustwirbelsäule sympathisch und aus dem Halswirbelsäulenbereich parasympathisch angesteuert. Fehlfunktionen in diesen Bereichen der Wirbelsäule können sich negativ auf die Mobilität und die Funktion des Magens auswirken. Eine „schlechte“ Körperhaltung in Verbindung mit Bewegungsmangel wirken sich gerade auf diese Wirbelsäulenbereiche negativ aus. So kann es zu Fehlsteuerungen der Magensaft- und Magenschleimhautproduktion kommen. Aber auch der Magen kann die Wirbelsäule schmerzhaft beeinflussen. Wir spüren das dann meist im linke Brustwirbelsäulen-Bereich. Auch linksseitige Schulterschmerzen oder Kopfschmerzen können durch Magenstörungen entstehen. Bei Magenbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Sodbrennen, Magendruck usw. sollte zunächst der Hausarzt konsultiert werden. Eine osteopathische Behandlung kann lediglich eine begleitende Therapie sein.

Eine gesunde Ernährung und ausreichend Entspannung sind für eine gesunde Funktion unseres Magen entscheidend. Stress erhöht den Cortisolspiegel im Blut und kann zu einer erhöhten Ausschüttung von Magensäure führen. Durch zu viel Magensäure wird die Magenschleimhaut beschädigt. Bei der Ernährung sollte auf fettarme und wenig gewürzte Nahrungsmittel geachtet werden. Bananen sind magenfreundlich, da sich ihre Inhaltsstoffe schützend auf die Magenschleimhaut legen. Zusätzlich enthalten sie viel Magnesium, welches die Nerven in Stresssituationen unterstützt. Kartoffeln und Möhren eignen sich bei Magenproblemen. Kartoffeln gehören zu den basischen Lebensmitteln und sind in der Lage, Säuren zu neutralisieren. Möhren sind gut verdaulich und enthalten viele Vitamine, außerdem sind sie reich an Ballaststoffen und schützen so den Magen-Darm-Trakt. Fenchel wirkt beruhigend auf den gereizten Magen und hat gleichzeitig eine durchblutungsfördernde, bakterienabtötende Wirkung. Auf kohlensäurehaltige Getränke sollte bei einer magenschonenden Ernährung verzichtet werden. Besser geeignet sind stilles Wasser und Kräutertees. Auch Kaffee, Zigaretten und Alkohol können einen nervösen Magen verursachen und sollten gemieden werden.

Entspannungsübung

Atmen Sie in Ruhe ein und aus. Spüren Sie, wie sich Ihr gesamter Körper entspannt. Atmen Sie nun 6 Mal tief durch die Nase ein und aus. Spüren Sie den Weg, den der Atem in Ihrem Körper nimmt.

Nun atmen Sie völlig frei – lassen Sie Ihren Atem einfach fließen. Versuchen Sie, ihn nicht bewusst zu steuern. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Nase. Nehmen Sie die Atemluft in der Nase wahr. Atmen Sie 10 Züge ganz gezielt durch die Nase ein und aus.

Konzentrieren Sie sich auf Ihren Bauch. Spüren Sie in den nächsten 10 Atemzügen ganz gezielt, wie sich Ihr Bauch bei der Atmung senkt und hebt.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Brust. Spüren Sie in den nächsten 10 Atemzügen ganz bewusst, wie sich Ihre Brust und Ihre Lungen mit dem Sauerstoff füllen und wie diese sich wieder leeren. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig weiter. Nehmen Sie wieder den Weg der Atemluft in Ihrem Körper wahr. Beginnen Sie bei der Nase, über die Brust und Lunge bis in den tiefsten Punkt des Bauches. Lassen Sie Ihren Atem durch Ihren Körper fließen und zirkulieren.

LWS – Mobilität – Rotation

RÜCKENLAGE: Bewegen Sie beide gewinkelten Knie maximal von der rechten zur linken Seite. Machen Sie hierbei keine ruckartigen Bewegungen. In der Endposition halten Sie die Spannung 30 Sekunden. Die Übung 2 bis 3 x wiederholen.

 

BWS – Kraft -Extension

BAUCHLAGE: Arme gestreckt neben dem Körper: Heben Sie Arme und Kopf mit gestrecktem Rücken hoch. Die Spannung 20 bis 30 Sekunden halten. Die Übung 2 bis 3 x wiederholen.