Schlafstörungen in der Corona-Pandemie

Jeder zehnte Deutsche schläft seit Beginn der Corona-Pandemie schlechter. Unter denjenigen, die coronabedingt gestresst sind, ist sogar jeder Vierte von schlechtem Schlaf betroffen – zu diesem Schluss kommt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse.

Inzwischen haben sich viele Menschen mit den Einschränkungen und Herausforderungen arrangiert, die Corona mit sich bringt. Zumindest vordergründig. Kaum liegen sie im Bett, geht es los mit der Grübelei, Sorgen und Ängsten und dem schlaflosen Hin- und Herwälzen.

Unterschied zwischen schlechtem Schlaf und einer Schlafstörung

Wer schlecht schläft, leidet nicht automatisch an einer Schlafstörung. Davon spricht man erst, wenn Schlafprobleme länger als einen Monat häufiger als dreimal in der Woche und in Kombination mit Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsproblemen auftreten. Eine Schlafstörung ist immer ein Fall für den Arzt, denn nicht Schlafen zu können, zermürbt – nicht umsonst ist Schlafentzug eine Foltermethode.

Warum guter Schlaf wichtig ist

Viele von uns werden es kennen: Schlechter Schlaf bedeutet häufig schlechte Laune. Sind wir müde, lässt unsere Konzentration nach. Schlafmangel macht reizbar und launisch – das kann in schlimmen Fällen bis zu Persönlichkeitsstörungen und Suizidgedanken reichen. Auch körperlich spüren wir die Auswirkungen von schlechtem Schlaf: Muskelspannung, Herzschlag, Blutdruck, Stoffwechsel und Immunsystem geraten durcheinander. Bei Menschen, die nicht ausreichend schlafen können, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Herzinfarkte, Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Außerdem steigt bei Müdigkeit die Unfallgefahr. Ausreichend guter Schlaf ist wichtig für unsere körperliche und seelische Gesundheit, denn im Schlaf ist unser Körper keineswegs untätig. Unser Gehirn verarbeitet Erlebnisse und überträgt Erlerntes in unser Langzeitgedächtnis. Lebenswichtige Hormone werden ausgeschüttet, Gewebe wird repariert und Körperzellen regenerieren. Unser Immunsystem bildet Abwehrzellen und auch die Verdauung und der Stoffwechsel arbeiten, solange wir schlummern.

Was ist guter Schlaf?

Sieben bis acht Stunden Schlaf sind laut wissenschaftlicher Studien am effektivsten – dennoch ist die ideale Schlafdauer individuell. Neueste wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass nicht nur die Quantität des Schlafs entscheidend ist für unsere Gesundheit, sondern auch die Qualität. Deshalb lohnt es sich, auf eine gute sogenannte „Schlafhygiene“ zu achten. Damit ist weniger gemeint, regelmäßig die Bettwäsche zu wechseln, sondern bestimmte Verhaltensweisen zu etablieren, die einen ruhigen und erholsamen Schlaf ermöglichen.

Wie geht „guter Schlaf“?

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag kräftig durcheinandergewirbelt und unsere Tagesstruktur verändert. Die ist aber wichtig für unseren Schlaf, denn guter Schlaf beginnt nicht erst abends im Bett, sondern bereits tagsüber. Ein klarer Schlaf-Wach-Rhythmus erleichtert uns erholsamen Schlaf. Dazu gehört, dass wir Tageslicht abbekommen – auch wenn wir die meiste Zeit im Homeoffice sitzen. Abends gilt dann spätestens 45 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen: Bildschirme aus. Denn das Licht von Bildschirmen bremst die Freisetzung des Hormons Melatonin, das wir unter anderem für gutes Einschlafen benötigen. Die Digitalisierungswelle während Corona hat die Verweildauer vor Bildschirmen häufig noch gefördert.

Schlafstörungen und Osteopathie

Wer schon einmal beim Osteopathen war, kennt das Phänomen: Meist ist man nach der Behandlung angenehm müde und entspannt. Das liegt daran, dass sich eine osteopathische Behandlung harmonisierend auf das vegetative Nervensystem auswirkt. Und diese Wirkung kann man sich auch bei Schlafstörungen zunutze machen. Zudem können mithilfe von Osteopathie Verspannungen und Blockaden in unserem Körper gelöst werden, die sich im Alltag aufgebaut haben. Sprechen Sie uns bei Fragen dazu gerne an.

Unsere 5 Tipps für einen erholsamen Schlaf

  1. Das Schlafzimmer sollte ruhig, dunkel und kühl (zwischen 18 und 22 Grad) sein.
  2. Tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen und Tageslicht tanken.
  3. Abends nicht mehr zu viel oder zu schwer essen.
  4. Entspannt ins Bett gehen: möglichst keinen Arbeitsplatz im Schlafzimmer einrichten, eine Stunde vor dem Zubettgehen alle Bildschirme ausmachen und feste Rituale etablieren. Auch innerlich „herunterfahren“.
  5. Osteopathie kann durch die harmonisierende Wirkung auf das vegetative Nervensystem unterstützend eingesetzt werden.